Häufigkeiten der Erzählmuster

Bei der Auswertung der Häufigkeiten einzelner Erzählmuster fällt auf, dass es einige Erzählmuster gibt, die in bis zu 13% der Erzählungen vorkommen und andere, die sehr selten auftreten (siehe Abbildung 10).

Abbildung 10: Prozentuale Anteile der 24 Erzählmuster nach Ausschuss der
unkategorisierbaren Erzählungen (8.9%), geordnet nach Häufigkeit

Eine Analyse der Häufigkeiten ergibt, dass die Erzählmuster 'Ablehnung', 'Kränkung', 'Strafe' und 'Aufbruch' am häufigsten vorkommen (Tabellen 11 und 12, total 39% der kategorisierten Erzählungen). Die 10 am häufigsten vorkommenden Erzählmuster decken 69% aller Erzählungen ab. Die Themenbereiche 'Ehrung', 'Prüfung', 'Forderung' und 'Geschenk' werden dagegen weniger häufig Gegenstand von Erzählungen.

Auffallend ist, dass bei den am häufigsten vorkommenden Erzählmustern keine Entwicklung im Sinne einer Positions-Veränderung der Position der Ich-Erzählperson stattzufinden scheint. Diese Erzählungen ohne Entwicklung machen den grösseren Teil dieser genannten 69% (10 häufigste Erzählmuster) aus, nämlich 44%.

In Abbildung 11 ist ersichtlich, dass sich die am häufigsten vorkommenden Erzählmuster auf den persönlichen Bereich konzentrieren und dabei wiederum auf den destruktiven Teil. In absoluten Häufigkeiten ausgedrückt sind das 122 von 316 Erzählungen (39%).

Abbildung 11: Absolute Anteile der einzelnen Erzählmuster, thematisch geordnet,
markierter Bereich: persönlich-destruktive Erzählmuster

Wenn man diejenigen Erzählungen ausser acht lässt, in denen keine Veränderung der Position der Ich-Erzählperson geschieht, dann erkennt man, dass in diesen Erzählungen vor allem schwierige Situationen überstanden oder gemeistert werden, Neuanfänge versucht, Ehre und Beschenkung erfahren werden. Aber auch das Leiden an Verletzungen, an Ablehnung und an Strafe wird zum Gegenstand dieser Geschichten.

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Auszüge aus der Lizenziatsarbeit "Erzählmuster in der Psychotherapie" der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich, copyright by Roland Gasser